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Mit den wachsenden Möglichkeiten von Forschung und Wissenschaft werden immer mehr gefährliche Wirkungen bestimmter chemischer Substanzen aufgedeckt. So beispielsweise beim Werkstoff Asbest. Die einstige „Wunderfaser“ wurde Anfang des 19. Jahrhunderts wegen ihrer hervorragenden Dämm- und Feuerschutzeigenschaften hoch gelobt. Heute weiß man, dass der Umgang mit Asbest schwerwiegende Folgen haben kann. Ähnlich verhält es sich mit Materialien wie dem Holzschutzmittel Lindan, mit Formaldehyd oder einigen Weichmachern, den sogenannten Phthalaten. Zahlreiche der genannten chemischen Substanzen finden sich in vielen uns umgebenden Räumen – und somit möglicherweise auch in Ihrem Haus! Damit Ihre Gesundheit nicht von derartigen Baumaterialien negativ beeinflusst wird, sollten Sie deshalb ein paar Dinge wissen.

Lebensgefährlicher Komfort

Robuster, langlebiger, flexibler. Und vor allem billig. Diese Eigenschaften gehören seit jeher zu den bestimmenden Faktoren, wenn es um die Wahl von Baustoffen geht. Im Laufe der Zeit wurden immer mehr Materialien entwickelt, die den genannten Punkten möglichst nahe kommen und einen hohen Komfort versprechen. Hinzu gesellen sich dann noch so „spektakuläre“ Erfindungen wie die des Weichkunststoffs, mit dem sich manche bis dato unmöglich scheinende Design- und Gestaltungsprojekte realisieren ließen.

Leider ging und geht die Experimentierfreudigkeit der Industrie nicht selten zulasten naturnaher und umweltfreundlicher Aspekte. Es kann daher kaum verwundern, dass in regelmäßigen Abständen erschreckende Tatsachen ans Licht kommen. Denn längst nicht alle Baustoffe sind so harmlos, wie es auf den ersten Blick erscheint. Spätestens dann, wenn die eigene Gesundheit von Baumaterialien gefährdet wird, ist jedoch Schluss mit lustig.

Oft gefährlich für die Gesundheit: Baumaterialien in „alten“ Objekten

In den 1940er und 1950er Jahren wurden viele Alltagsgegenstände wie Postsäcke, Getränkefilter und sogar einige Sorten Zahnpasta unter Verwendung von Asbest hergestellt. Später folgten dann unzählige Dämmplatten für den Eigenheim- und Gewerbebau. Noch heute sind etliche Exemplare davon in deutschen Häusern und Betrieben zu finden. Außerdem wurde seinerzeit recht sorglos mit Holzschutzmitteln umgegangen. Die Wirkstoffe DDT, Lindan und PCP wurden als nicht oder als kaum gefährlich für die Gesundheit bei Baumaterialien eingeschätzt. Formaldehyd, bestimmte Kleber für Bodenbeläge sowie künstliche Mineralfasern ergänzen diesen Cocktail aus gefährlichen Materialien für die Gesundheit.

Baustoffe der genannten Art sind bis in unsere Tage in älteren Objekten zu finden. Insbesondere Dach- und Bodenplatten, Hitzeschutzisolierungen und Fensterbänke aber auch Abwasser- und Lüftungsrohre sowie Wandverkleidungen und Ummantelungen von Stahlträgern können davon betroffen sein. In Fertighäusern aus den 1960er- und 1970er-Jahren sind zudem vielfach sehr stark formaldehydausdünstende Spanplatten verbaut worden. Es empfiehlt sich bei älteren Immobilien deshalb immer eine Prüfung auf gesundheitsgefährdende Materialien – und dies selbst dann, wenn die Häuser optisch noch tadellos in Ordnung zu sein scheinen.

Es lauern vielfältige Gefahren in gesundheitsgefährdenden Baumaterialien

Auf die Frage, wodurch die Gesundheit bei bestimmten Baumaterialien gefährdet werden kann, gibt es unterschiedliche Antworten. Je nach Schadstoff kann es beispielsweise durch die Aufnahme von kontaminierten Mikropartikeln über die Atemluft zu Lungenkrankheiten kommen. Auch die gefürchtete Asbestose wäre hier zu nennen. Grundsätzlich gilt jedoch: Keine Panik! Denn auch wenn die betreffenden Baustoffe für Laien oft schwer zu erkennen sind, kann ein Fachmann in der Regel schnell das Ausmaß der Gefährdung erkennen. Durch geeignete Sanierungsmaßnahmen unter speziellen Schutzbedingungen lässt sich die Gefahr dann häufig rasch bannen.

Übrigens: Es ist keineswegs selten, dass bei der Begutachtung eines Objekts festgestellt wird, dass gar keine Gefahr für die Gesundheit durch bestimmte Baumaterialien besteht. Ist dies bei Ihnen der Fall, haben Sie Gewissheit und können zukünftig entspannt in Ihrem Haus leben – und bei einem möglichen Verkauf von den Vorteilen des unbelasteten Objekt-Zustandes profitieren!